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Berichterstattung zu Wohnungslosigkeit

Wie viele Menschen in Deutschland keine Wohnung haben, kann niemand sagen. Quantitative Angaben zum Ausmaß von Wohnungslosigkeit beschränken sich in der Regel auf regionale oder kommunale Statistiken oder sie beruhen auf Schätzungen, z.B. der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe. Die letzte qualifizierte Hochrechnung stammt aus einer Untersuchung der GISS aus dem Jahr 2019.

Das Wohnungslosenberichterstattungsgesetz (WoBerichtsG), das im April 2020 in Kraft getreten ist, hat die Voraussetzungen für eine umfassendere Datenerhebung zum Umfang von Wohnungslosigkeit in Deutschland geschaffen. Dafür wird das Statistische Bundesamt ab dem Jahr 2022 jährlich zum 31. Januar eine Statistik aller Menschen erstellen, die wegen ihrer Wohnungslosigkeit von Kommunen und freien Trägem der Wohlfahrtspflege vorübergehend untergebracht werden. Die Daten sind für die Armuts- und Reichtumsberichterstattung und als Planungsgrundlage für politisches Handeln von besonderer Bedeutung.

Mit der amtlichen Statistik wird aber nur ein Teil der wohnungslosen Menschen in Deutschland erfasst. § 8 des WoBerichtsG sieht daher alle zwei Jahre eine ergänzende Berichterstattung über weitere Formen von Wohnungslosigkeit vor.
 
  • Vom 1. bis 7. Februar 2022 wird es in Institutionen der Wohnungslosenhilfe und der angrenzenden Hilfesysteme eine Zählung und Befragung von wohnungslosen Menschen geben, die auf der Straße bzw. in Behelfsunterkünften übernachten oder die – verdeckt wohnungslos – bei Bekannten oder Verwandten unterkommen. Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales werden GISS und Kantar Public diese Studie durchführen.
  • Die GISS prüft im Rahmen einer Machbarkeitsstudie darüber hinaus die Erfassung weiterer Formen von Wohnungslosigkeit nach der europäischen Typologie für Wohnungslosigkeit („ETHOS Light“) des Europäischen Verbands nationaler Organisationen, die mit Wohnungslosen arbeiten (FEANTSA). Auch diese Untersuchung ist in § 8 WoBerichtsG vorgeschrieben.

Auf dieser Website erfahren Sie mehr über die beiden Studien, die hoffentlich dazu beitragen können, die Lage wohnungsloser Menschen in Deutschland zu verbessern und Wohnungslosigkeit dauerhaft zu beseitigen.