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Fragen zur Befragung

FAQs

  • Um welche Formen der Wohnungslosigkeit geht es im Rahmen der Befragung? Befragt werden wohnungslose Menschen, die ohne institutionelle Unterbringung auf der Straße leben oder verdeckt wohnungslos sind. Grundlage für diese Erhebungen ist das Wohnungslosenberichterstattungsgesetz. Außerdem werden alle institutionell untergebrachten wohnungslosen Menschen am 31. Januar 2022, dem Stichtag der neuen Bundeswohnungslosenstatistik, ermittelt. Die Erfassung der drei häufigsten Ausprägungen von Wohnungslosigkeit ergibt einen nahezu vollständigen Überblick über das Ausmaß von Wohnungslosigkeit in Deutschland.
    Als Menschen, die ohne institutionelle Unterbringung wohnungslos auf der Straße leben, werden Personen gezählt, die an mindestens einem der letzten sieben Tage vor der Befragung auf der Straße, in Parks oder unter Brücken genächtigt haben oder in notdürftigen Behelfsunterkünften, etwa in Hauseingängen, in Kellern, in Abbruchhäusern, Autowracks oder Zelten untergekommen sind.
    Als „verdeckt Wohnungslose“ sollen diejenigen Personen erfasst werden, die mindestens an einem der letzten sieben Tage vor der Befragung vorübergehend in der Wohnung von Bekannten oder Verwandten untergekommen sind, dort aber nicht ihren ständigen Wohnsitz haben, sondern aufgrund einer Wohnungsnotlage Zuflucht suchen. Häufig wird diese Form der informellen Überbrückung einer Wohnungsnotlage auch als „Sofa-Hopping“ oder „Couch-Surfing“ bezeichnet. Wesentlich dabei sind das Fehlen eines eigenen Mietvertrages und das Fehlen der mit der eigenen Wohnung verbundenen Sicherheit und Privatsphäre.  
  • In welchen Gemeinden und Einrichtungen findet die Befragung statt? Die Befragung findet in 151 Gemeinden statt. Da wohnungslose Menschen überproportional in sehr großen Gemeinden leben, wurden die Gemeinden nach einer Gemeindegrößenklasse geschichteten Stichprobe ausgewählt. Auf Grundlage einer ausführlichen Recherche zu den örtlichen Hilfesystemen wurden in den 151 Gemeinden wiederum auf Basis einer Sichtprobe etwa 900 Hilfeeinrichtungen ermittelt, in denen die Befragung durchgeführt wird.
  • Werden alle Personen der beiden Zielgruppe gezählt und befragt? Die Zählung und Befragung der beiden Zielgruppen findet nur in zuvor zufällig ausgewählten Hilfeeinrichtungen statt. Die getrennte Erfassung der beiden Gruppen ermöglicht später eine bundesweite Hochrechnung. Nicht alle gezählten Personen sollen jedoch auch mithilfe eines Fragebogens befragt werden. Das Verfahren, nach dem die zu befragenden Personen ausgewählt werden sollen, wird den beteiligten Einrichtungen direkt mitgeteilt. Je Zielgruppe werden über 1.000 Befragungen angestrebt.
  • Wann findet die Befragung statt? Die Befragung findet vom 1. Februar bis zum 7. Februar 2022 statt. Gefragt wird nach der Unterbringung in den letzten sieben Nächten vor dem jeweiligen Tag der Befragung.
  • Wer führt die Befragung vor Ort durch? Die Befragung wird mit Unterstützung der Mitarbeitenden in den ausgewählten Einrichtungen und Angeboten für Wohnungslose und der angrenzenden Hilfesysteme durchgeführt. Der Fragebogen ist so konzipiert, dass die wohnungslosen Menschen ihn selbst beantworten und ausfüllen können.
  • Wie läuft die Befragung ab? Die wohnungslosen Menschen werden in den zufällig ausgewählten Einrichtungen bzw. durch die ausgewählten Dienste angesprochen, die sie in der Woche der Befragung aufsuchen. Je nach Angebotstyp, soll jede zweite, dritte oder vierte Person, die einer der beiden Zielgruppen zuzurechnen ist, entweder einen Fragebogen ausfüllen oder sie beantwortet die Fragen in einer Online-Umfrage. Den Fragebogen und die Online-Umfrage gibt es in sechs Sprachen: Deutsch, Englisch, Bulgarisch, Polnisch, Rumänisch und Arabisch. Im Downloadbereich kann der Fragebogen eingesehen werden. Niemand muss seinen ganzen Namen, eine Adresse oder andere personenbezogene Daten angeben. Um die Fragebögen auseinanderzuhalten, wird ein einfacher Code gebildet. Damit ist die Person geschützt und die Antworten bleiben anonym. Alle Teilnehmenden erhalten eine kleine Aufwandsentschädigung und ein großes Dankeschön!
  • Wie wird sichergestellt, dass Personen nicht mehrfach gezählt werden und nicht bereits im Rahmen der Stichtagserfassung institutionell untergebrachter Menschen am 31. Januar erfasst wurden? Durch die Bildung eines pseudonymisierten Codes zu Beginn des Fragebogens lassen sich Mehrfachteilnahmen im Gesamtdatensatz erkennen und ggf. bereinigen, ohne dass jedoch eine Identifizierung der teilnehmenden Personen durch die durchführenden Forschungsinstitutionen möglich wird. Durch weitere Angaben im Fragebogen wird zudem ersichtlich, ob die teilnehmenden Personen in der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar institutionell untergebracht waren, und wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sie auch in anderen teilnehmenden Hilfeangeboten gezählt wurden.
  • Warum werden auch Institutionen berücksichtigt, die nur selten mit wohnungslosen Menschen zu tun haben? Die Befragung soll ein Dunkelfeld aufhellen. Deshalb werden nicht nur die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe einbezogen, sondern auch die angrenzenden Hilfesysteme. Möglicherweise haben diese Kontakt zu Personen ohne Wohnung, von deren Lage sonst niemand weiß.
  • Wie wird der Schutz personenbezogener Daten der befragten Personen sichergestellt? Die Datenerhebung ist anonym. Personenbezogene Daten werden nicht dokumentiert. Die betroffenen Personen willigen in die Befragung ein. Bei Nicht-Teilnahme entstehen keine Nachteile. Ausgefüllte Fragebögen sollen bei den teilnehmenden Hilfeeinrichtungen einzeln in Kuverts verschlossen werden. Die Fragen im Fragebogen wurden so konzipiert, dass die zu erwartenden Angaben keine Zuordnung zu konkreten Personen zulassen. Bei allen Fragen und Ersuchen zum Datenschutz können Sie sich direkt an die Datenschutzbeauftragten von Kantar und GISS wenden:

    Axel Steffen                                                                                               Martha Ferrari
    Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung e. V.         Kantar GmbH
    Kohlhökerstraße 22                                                                                   Landsberger Straße 284 
    28203 Bremen                                                                                           80687 München
    E-Mail: as@giss-ev.de                                                                                E-Mail: datenschutz@kantar.com
  • Wann stehen die Ergebnisse der Befragung fest? Die Ergebnisse werden im Frühjahr/Sommer 2022 vorgelegt und anschließend vom BMAS veröffentlicht.