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Machbarkeitsstudie zu weiteren Formen von Wohnungslosigkeit

Die Europäische Typologie für Wohnungslosigkeit („ETHOS Light“) des europäischen Verbands von Organsiationen, die mit Wohnungslosen arbeiten (FEANTSA), unterscheidet zu statistischen Zwecken die unterschiedlichen Ausprägungen von Wohnungslosigkeit in insgesamt zwölf verschiedene Wohn- bzw. Unterbringungssituationen. Durch die im Jahr 2022 beginnende jährliche Erfassung von institutionell untergebrachten Wohnungslosen und der ergänzenden Zählung und Befragung wohnungsloser Menschen im Februar 2022, die auf der Straße oder einschlägigen Biwaks leben oder bei Bekannten und Verwandten unterkommen, ist davon auszugehen, dass ein Großteil der Wohn- und Unterbringungssituationen wohnungsloser Menschen nach der ETHOS Light-Typologie im Jahr 2022 bundesweit erstmalig statistisch erfasst werden.

Im Auftrag des BMAS prüft die GISS darüber hinaus auch die Machbarkeit einer zukünftigen statistischen Erfassung von wohnungslosen Menschen, die in Frauenhäusern oder anderen Schutzeinrichtungen für Opfer häuslicher Gewalt Zuflucht gefunden haben und solchen, die in Institutionen des Gesundheitssystem länger als notwendig verbleiben, weil sie nicht über eigenen Wohnraum verfügen. Bei Haftanstalten soll die Erfassung von Inhaftierten geprüft werden, denen nach Entlassung der (Wieder-)Eintritt von Wohnungslosigkeit droht. Damit würde auch das Ausmaß der verbleibenden Formen von Wohnungslosigkeit nach der ETHOS Light ermittelt werden.

Bezogen auf alle Formen der Wohnungslosigkeit hat die Machbarkeitsstudie zum anderen das Ziel, konkrete Vorschläge für die Nutzung oder Einführung von Erhebungsmerkmalen in existierenden und geplanten Datenerfassungssystemen zu erarbeiten. Diese Vorschläge sollen hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit für die Datenerhebung bei Kommunen, Trägern der Wohlfahrtspflege oder Sozialleistungsträgern überprüft werden. Zugleich müssen infrage kommende Lösungen den fachlichen, technischen und datenschutzrechtlichen Anforderungen von Expert*innen genügen.

Um dies zu erreichen, werden bis zum dritten Quartal 2021 eine Reihe von Interviews und Workshops mit Expert*innen aus dem In- und Ausland durchgeführt.